CGI-Produktionen ohne CAD-Daten sind kein Sonderfall, sondern Alltag. Bei supaCGI entstehen sie aus technischen Zeichnungen, Fotos, Messwerten oder per Fotogrammetrie. Der Modellingaufwand wird mit 95 Euro netto pro Stunde berechnet, danach kostet ein Rendering wie gewohnt ab 50 Euro netto pro Motiv.
Betroffen sind vor allem drei Situationen: Altmaschinen aus der Zeit vor durchgängigem CAD, Zukaufkomponenten, für die der Lieferant keine Daten herausgibt, und Produkte, deren Konstruktionsdaten bei einem Systemwechsel verloren gingen. In keinem dieser Fälle muss auf 3D-Visualisierung verzichtet werden.
Die vier Wege zum Modell
Aus technischen Zeichnungen
Der genaueste Weg, wenn Zeichnungen vorliegen. Aus Grundriss, Ansichten und Schnitten lässt sich die Geometrie maßhaltig rekonstruieren. Bemaßte Zeichnungen sind dabei deutlich wertvoller als unbemaßte, weil sie Interpretation überflüssig machen.
Aus Fotos mit Referenzmaßen
Wenn keine Zeichnungen existieren, aber das Objekt zugänglich ist. Nötig sind Aufnahmen aus mehreren Richtungen, möglichst frontal statt perspektivisch verzerrt, und mindestens ein bekanntes Maß im Bild – Gesamthöhe, Lochabstand, Durchmesser. Ohne Referenzmaß entsteht ein Modell, das aussieht wie das Original, aber falsche Proportionen hat.
Fotogrammetrie
Aus vielen überlappenden Fotos wird ein Modell berechnet. Sinnvoll bei organischen oder unregelmäßigen Formen, bei denen manuelles Modellieren aufwendig wäre. Weniger geeignet für glänzende, transparente oder sehr dunkle Oberflächen – dort scheitert das Verfahren regelmäßig.
Aus 3D-Scan-Daten
Wenn ein Scan vorliegt, ist er selten direkt verwendbar. Scanergebnisse sind Punktwolken oder sehr dichte Netze mit Löchern und Rauschen. Sie müssen bereinigt und in eine saubere Geometrie überführt werden, sind aber eine hervorragende Maßgrundlage.
Was den Aufwand bestimmt
Die Frage ist nicht, wie groß ein Objekt ist, sondern wie viele voneinander unabhängige Formen es enthält.
- Geometrische Komplexität. Ein Gehäuse aus Grundkörpern ist schnell erstellt. Ein Gussteil mit organischen Übergängen und Verrippungen erfordert ein Vielfaches an Aufwand.
- Detailtiefe im Bild. Was nur aus zehn Metern zu sehen ist, muss nicht ausmodelliert werden. Was in einer Nahaufnahme erscheint, schon.
- Qualität der Vorlagen. Bemaßte Zeichnungen sind Gold. Handyfotos aus einem einzigen Winkel sind – mit Verlaub – der denkbar schlechteste Ausgangspunkt.
- Beweglichkeit. Soll das Modell später animiert werden, muss es von vornherein in getrennten Baugruppen aufgebaut werden.
Praktisch heißt das: Ein einfaches Gehäuse liegt oft im niedrigen einstelligen Stundenbereich. Eine vollständige Maschine ohne jede Datengrundlage kann deutlich darüber liegen. Deshalb wird der Aufwand vorab eingeschätzt und als Festpreis genannt, nicht offen abgerechnet.
Wie sich der Aufwand halbieren lässt
Der Unterschied zwischen einem teuren und einer preiswerten Re-Engineering liegt fast vollständig in den Unterlagen, die bereitgestellt werden können. Was hilft:
- Alte Zeichnungen, auch schlecht kopierte. Ein verwaschener Papierplan mit Maßen ist wertvoller als zwanzig scharfe Fotos ohne.
- Fotos aus definierten Richtungen: frontal, seitlich, von oben. Möglichst aus Distanz mit Zoom statt aus der Nähe, das reduziert perspektivische Verzerrung.
- Ein Zollstock oder Maßband im Bild. Klingt behelfsmäßig, ist aber die zuverlässigste Maßreferenz überhaupt.
- Ein paar Handmaße: Gesamtabmessungen, Lochabstände, Materialstärken an sichtbaren Kanten.
- Typenschild und Aufkleber als Detailfoto, damit sie im Rendering lesbar reproduziert werden können.
Eine halbe Stunde in der Halle mit Kamera und Maßband spart regelmäßig mehrere Stunden Modellingaufwand.
Wann sich Modelling nicht lohnt
Es gibt Fälle, in denen der ehrliche Rat lautet: besser lassen.
Wenn ein Produkt ohnehin ausläuft und nur noch ein einzelnes Bild für einen Restpostenkatalog braucht, ist ein aufgeräumtes Foto in der Halle wirtschaftlicher. Wenn eine Zukaufkomponente im Bild nur als Nebendarsteller erscheint, genügt oft eine stark vereinfachte Andeutung statt eines präzisen Modells.
Umgekehrt lohnt sich der Aufwand fast immer, wenn das Produkt im Programm bleibt. Denn ein einmal aufgebautes Modell ist ein nachhaltiges Asset: Jede weitere Perspektive, jede Farbvariante, jede Animation und jede Web-AR-Anwendung fällt danach zu den normalen Produktionspreisen an, ab 50 Euro netto pro Motiv.
supaCGI produziert rund 500 Projekte pro Jahr. Zum Kundenkreis zählen unter anderem Bosch, Hella, KRONE Landmaschinen, KTR, Vaillant, febi bilstein, Solarlux, VEKA, Ledlenser, Ardex, Brillux, Tefal, Hansgrohe, Emsa, Oase, Pelikan, Sharp, TUI und be quiet!
Der typische Fall: die Altmaschine im Programm
Ein Maschinenbauer hat eine Baureihe, die seit zwölf Jahren verkauft wird. Konstruiert wurde sie am Zeichenbrett oder in einem CAD-System, das drei Migrationen zurückliegt. Verfügbar sind: ein Ordner Papierzeichnungen, ein Prospekt von 2016 und die Maschine selbst, die in der Halle steht.
Das reicht vollständig aus. Aus den Zeichnungen entsteht die maßhaltige Geometrie, aus dem Prospekt der Eindruck der Gesamtproportion, aus Fotos der realen Maschine die Details – Typenschild, Bedienelemente, Kabelführungen, Aufkleber.
Der Aufwand liegt bei einer solchen Maschine erfahrungsgemäß im mittleren einstelligen bis unteren zweistelligen Stundenbereich, also bei 95 Euro netto pro Stunde in einem Rahmen, der sich gegen ein Fotoshooting mit Transport und Studioaufbau rechnen lässt.
Und danach ist die Maschine dauerhaft verfügbar: für Katalogbilder, für Messemotive, für Ersatzteilgrafiken, für Web AR. Anders als die reale Maschine, die verkauft wird und dann nicht mehr zur Verfügung steht.
Wie genau ist genau genug?
Die Frage, die in Erstgesprächen am häufigsten falsch beantwortet wird – meistens zu streng.
Für Vertriebs- und Marketingdarstellungen ist eine Abweichung im Bereich weniger Prozent unerheblich. Niemand misst im Katalog nach, ob eine Verrippung drei oder vier Millimeter stark ist. Entscheidend sind die Gesamtproportion, die Anordnung der Bedienelemente und die Details, die der Betrachter wiedererkennt.
Anders liegt es, wenn das Modell für Montageanleitungen oder Ersatzteilkataloge genutzt werden soll. Dort muss die Einbaulage stimmen, weil ein Servicetechniker danach handelt. Und wieder anders, wenn es als Konstruktionsgrundlage dienen soll – dafür ist ein nachmodelliertes Objekt grundsätzlich nicht geeignet, unabhängig vom Aufwand.
Es gilt also zu definieren, wofür das Modell gebraucht wird. Ein Katalogmodell und ein Servicemodell unterscheiden sich im Aufwand um ein Vielfaches, und beide sind für ihren Zweck richtig.
Was vor dem Modelingprozess geregelt sein sollte
- Vorhandene Unterlagen sammeln – Alte technische Zeichnungen, Prospekte, Datenblätter, Ersatzteillisten. Auch unvollständige oder schlecht kopierte Vorlagen helfen erheblich.
- Fotos aus definierten Richtungen – Frontal, seitlich, von oben und hinten. Aus Distanz mit Zoom fotografieren, das reduziert perspektivische Verzerrung.
- Maßreferenz ins Bild bringen – Zollstock oder Maßband sichtbar anlegen und mindestens ein bekanntes Maß notieren – Gesamthöhe, Lochabstand oder Durchmesser.
- Details separat aufnehmen – Typenschild, Aufkleber, Bedienelemente und Materialübergänge als Nahaufnahme, damit sie lesbar reproduziert werden können.
- Verwendungszweck angeben – Sag uns, ob das Modell später animiert oder nur als Standbild gerendert wird. Davon hängt ab, ob es in getrennten Baugruppen aufgebaut werden muss.
Häufige Fragen zu 3D-Modellen ohne CAD-Daten
Kann man 3D-Modelle ohne CAD-Daten erstellen?
Ja. Modelle entstehen aus technischen Zeichnungen, Fotos mit Referenzmaßen, Fotogrammetrie oder 3D-Scan-Daten. Das erhöht den Aufwand gegenüber vorhandenen CAD-Daten, schließt ein Projekt aber nicht aus.
Was kostet die Produktion ohne CAD-Daten?
supaCGI berechnet den Modellingaufwand mit 95 Euro netto pro Stunde. Der Umfang wird vorab eingeschätzt und als Festpreis genannt. Danach kostet ein Rendering wie gewohnt ab 50 Euro netto pro Motiv.
Welche Unterlagen werden gebraucht?
Am wertvollsten sind bemaßte technische Zeichnungen, auch schlecht kopierte. Ergänzend Fotos aus definierten Richtungen, ein bekanntes Referenzmaß und Detailaufnahmen von Typenschild, Aufklebern und Bedienelementen.
Wie genau werden die Maße?
Mit bemaßten Zeichnungen praktisch exakt. Mit Fotos und Referenzmaßen liegt die Genauigkeit im Bereich weniger Prozent – ausreichend für Vertriebs- und Marketingdarstellungen, nicht ausreichend als Konstruktionsgrundlage.
Funktioniert Fotogrammetrie bei jedem Objekt?
Nein. Bei glänzenden, transparenten oder sehr dunklen Oberflächen scheitert das Verfahren regelmäßig, weil die Software keine verwertbaren Bildmerkmale findet. Bei matten, strukturierten Oberflächen funktioniert es gut.
Kann ein 3D-Scan direkt verwendet werden?
Selten. Scanergebnisse sind Punktwolken oder sehr dichte Netze mit Löchern und Rauschen und müssen bereinigt und in saubere Geometrie überführt werden. Als Maßgrundlage sind sie aber hervorragend.
Wann lohnt sich eine Nachmodellierung nicht?
Wenn ein Produkt ausläuft und nur noch ein einzelnes Bild braucht, oder wenn eine Komponente im Bild nur als Nebendarsteller erscheint. Dann sind ein Foto oder eine vereinfachte Andeutung wirtschaftlicher.
Was habe ich langfristig von einem nachmodellierten Objekt?
Das Modell ist ein nachhaltiges Asset. Weitere Perspektiven, Farbvarianten, Explosionsgrafiken, Animationen und Web-AR-Anwendungen entstehen danach zu den normalen Preisen, ohne dass der Modellingaufwand erneut anfällt.
Fazit
Fehlende CAD-Daten sind kein KO für die Visualisierung, sondern ein Kostenfaktor, den du selbst stark beeinflussen kanst. Alte Zeichnungen, Fotos aus definierten Richtungen und ein Maßband im Bild senken den Aufwand erheblich.
Bei supaCGI liegt der Modellingaufwand bei 95 Euro netto pro Stunde und wird vorab im Rahmen eines Festpreisangebots kommuniziert. Durch das Modeling entsteht ein nachhaltiges Objekt, aus dem sich beliebig weitere Motive ableiten lassen.
