CAD-Daten schützen: So gelingt 3D-Visualisierung ohne Know-how-Verlust

Wenn Marketing und Vertrieb fotorealistische 3D-Renderings, Animationen oder Web-AR für eine neue Produktgeneration anfordern, schlagen die Wogen zwischen den Abteilungen regelmäßig hoch. Das Marketing braucht hochauflösende, detaillierte Bildwelten, um den Markteintritt, den Webshop oder den nächsten internationalen Messeauftritt vorzubereiten. Die Entwicklungs- und Konstruktionsleitung tritt verständlicherweise auf die Bremse: In den nativen Baugruppen stecken Jahre an Forschungsarbeit, patentierte Innovationen und fertigungskritisches Kernwissen.

Die Sorge vor Wirtschaftsspionage, Produktpiraterie und unkontrolliertem Datenabfluss ist im produzierenden Mittelstand vollkommen berechtigt. Konstruktionsdaten sind das digitale Tafelsilber eines jeden Industrieunternehmens – egal ob im Sondermaschinenbau, in der Medizintechnik, bei Automotive-Zulieferern, in der Fluidtechnik oder bei Konsumgütern. Wer unbedarft vollständige STEP-Baugruppen per Mail oder über US-Cloud-Dienste durchs Netz schickt oder an Agenturen übergibt, die Daten auf internationalen Serverfarmen verarbeiten lassen, geht ein reales unternehmerisches Risiko ein.

Die Praxis zeigt jedoch: Für High-End-Renderings, Vertriebs-Animationen oder interaktive Produktkonfiguratoren benötigt ein CGI-Studio nur einen winzigen Bruchteil Deiner Konstruktionsdetails.

Mit den richtigen technischen Filtern, geometrischen Vereinfachungen (Defeaturing) und einer vollständig geschlossenen Inhouse-Infrastruktur lässt sich der Know-how-Schutz zu 100 Prozent gewährleisten. Die optische Qualität des finalen Renderings leidet darunter nicht im Geringsten. Dieser Leitfaden zeigt Dir Schritt für Schritt, wie Entwicklungsabteilungen und Marketing Hand in Hand arbeiten, welche Daten gefahrlos exportiert werden können und wie wir bei supaCGI Deine Daten auf lokalen Servern in Osnabrück isolieren.

Das Spannungsfeld: Warum Konstruktion und Marketing aneinander vorbeireden

In fast jedem mittelständischen Industrieunternehmen wiederholt sich bei der Einführung von 3D-Projekten dasselbe Szenario. Das Marketing beauftragt eine Visualisierung und fordert von den Konstrukteuren „die 3D-Daten der Maschine“.

Für das Marketing bedeutet dieser Satz: „Gebt uns bitte eine Datei, damit das Bild hübsch aussieht.“

Für den Konstruktionsleiter bedeutet derselbe Satz: „Gebt uns bitte die vollständigen Fertigungsunterlagen inklusive aller Firmengeheimnisse, damit wir sie an externe Dienstleister weitergeben können.“

Das Resultat sind Blockaden, wochenlange Verzögerungen und gegenseitiges Misstrauen.

[Marketing-Blickwinkel]:   Fokus auf Optik, Licht, Farbe & Kundenwirkung
            ▲
            │  (Konfliktzone: Unklares Daten-Briefing)
            ▼
[Konstruktions-Blickwinkel]: Fokus auf Toleranzen, Festigkeit, Patente & Fertigung

Um diesen Knoten zu durchschlagen, müssen beide Seiten verstehen, dass ein 3D-Rendering völlig andere Anforderungen an die Geometrie stellt als ein CNC-Bearbeitungszentrum oder eine Spritzgussform. Ein professionelles CGI-Studio will Deine Fertigungsdaten gar nicht haben – sie machen die 3D-Szenen lediglich unnötig groß und langsam.

Wie Reverse Engineering wirklich funktioniert – und warum CGI-Meshes eine Sackgasse sind

Um die tatsächliche Gefahrenlage nüchtern zu beurteilen, muss man verstehen, wie Produktpiraten beim sogenannten Reverse Engineering vorgehen. Wirtschaftsspione suchen nach präzisen Fertigungsinformationen:

  • Welche Passungen (z. B. H7/g6) wurden gewählt?
  • Welche Wandstärken verhindern Schwingungen unter Volllast?
  • Wie verlaufen verdeckte Kühlmittelbohrungen im Inneren des Gusskörpers?
  • Welche Härteverfahren oder Legierungen wurden anhand der Materialkennzeichnung spezifiziert?

Der fundamentale Bruch zwischen CAD und CGI

Ein natives CAD-Modell aus SolidWorks, Siemens NX, CATIA, Creo oder Inventor basiert auf parametrischer Boundary Representation (B-Rep) und NURBS. Jede Fläche ist eine mathematische Formel. Man kann hineinzoomen, Kanten messen, Schnitte durch Wandungen legen und die Konstruktionshistorie Baum für Baum zurückverfolgen. Wer eine solche Datei besitzt, kann das Bauteil auf einer 5-Achs-Fräse programmieren und fertigen.

Eine Rendering-Engine (wie Blender Cycles, V-Ray oder WebGL-Shader) kann mit diesen mathematischen Formeln überhaupt nicht arbeiten. Sie benötigt zwingend ein Polygon-Mesh – ein dünnes Netz aus Millionen winziger Dreiecke.

[CAD-Datensatz]: Exakte Mathematik ➔ Wandstärken, Bohrungen, Passungen ➔ FERTIGBAR
      │
      ▼ (Einweg-Tessellierung)
[CGI-Polygon-Mesh]: Reine Hauthülle ➔ Keine Wandung, keine Toleranz, trianguliert ➔ NICHT FERTIGBAR

Bei der Umwandlung von CAD in ein Polygon-Mesh (Tessellierung) gehen alle fertigungsrelevanten Parameter unwiederbringlich verloren:

  • Keine Wandstärken mehr: Das Bauteil wird zu einer unendlich dünnen Hauthülle (Zero Thickness Surface).
  • Keine echten Radien: Ein mathematischer Kreis wird in Dutzende lineare Segmente zerlegt. Das reale Nennmaß ist daraus nicht mehr rekonstruierbar.
  • Keine Metadaten: Werkstoffangaben, Härteangaben, Gewindesteigungen und Lagersitze existieren im Mesh schlichtweg nicht mehr.

Ein für das Rendering optimiertes Polygon-Mesh ist für Fertigungsingenieure eine absolute Sackgasse. Ein Rückführen von Dreiecksnetzen in einen parametrischen CAD-Körper (Reverse NURBS Reconstruction) ist extrem fehleranfällig, zeitaufwendig und liefert niemals die exakten inneren Fertigungstoleranzen des Originals.

Juristischer Schutz versus technische Barrieren

In vielen Unternehmen besteht die Sicherheitsstrategie bei externen Dienstleistern ausschließlich aus einer Geheimhaltungsvereinbarung (Non-Disclosure Agreement, NDA). Eine maßgeschneiderte NDA ist juristische Pflicht und gehört bei supaCGI vor jeder Datenübernahme zum Standard.

Dennoch gilt unter Sicherheitsingenieuren ein klarer Leitsatz: Geometrischer Schutz schlägt juristischen Schutz.

Schutzkategorie Juristische Absicherung (NDA) Technische Schutzmaßnahmen (Defeaturing)
Wirkungsweise Regelt finanzielle Haftung im Schadensfall Verhindert das Vorhandensein von Daten physisch
Schutz vor Cyberangriffen Bietet keinen Schutz bei externen Datenlecks Vollständiger Schutz (Wo keine Daten sind, leckt nichts)
Nachweisbarkeit Vor Gericht extrem schwer und teuer zu beweisen Kein Rechtsstreit nötig; Know-how bleibt im Haus
Reversibilität Abgeflossene Daten bleiben dauerhaft im Umlauf Absolute Kontrolle über die eigene Technologie

Eine NDA schützt Dich nicht vor den Folgen eines Server-Einbruchs bei einem Dienstleister oder vor Mitarbeitern, die ein Unternehmen verlassen. Wenn Deine Konstruktionsabteilung jedoch vor dem Export alle schützenswerten Merkmale aus der Datei entfernt, existiert das Risiko schlicht nicht mehr. Was nicht übergeben wird, kann nicht gestohlen werden.

100% Inhouse-Infrastruktur: Warum bei supaCGI keine Datei Osnabrück verlässt

Neben der geometrischen Aufbereitung Deiner Modelle ist die physische IT- und Server-Architektur des 3D-Studios der entscheidende Sicherheitsfaktor.

In der Agenturlandschaft ist eine Praxis weit verbreitet: Um Anschaffungskosten für teure Serverhardware zu sparen, mieten viele Studios Rechenkapazitäten bei externen Cloud-Renderfarmen an. Was betriebswirtschaftlich flexibel erscheint, ist datenschutzrechtlich eine unkalkulierbare Blackbox. Konstruktionsdaten, 3D-Szenen und Prototypenentwürfe wandern dabei verschlüsselt oder unverschlüsselt über Drittanbieter-Server, die häufig in den USA, Osteuropa oder Asien stehen – weit außerhalb europäischer Kontrollmechanismen.

Hier zieht supaCGI eine kompromisslose Grenze für den industriellen Mittelstand:

[Deine CAD-Daten] ➔ [Direkte SFTP-Übertragung] ➔ [supaCGI Studio Osnabrück]
                                                          │
                    ┌─────────────────────────────────────┴─────────────────────────────────────┐
                    ▼                                                                           ▼
      [Isolierte Inhouse-Server]                                                   [Lokale Renderfarm Osnabrück]
   (Kein Drittanbieter-Zugriff)                                                 (100 % eigene Hardware, keine Cloud)
  1. Ausschließlich eigene Serverhardware: Wir betreiben unsere gesamte Speicher-, Verarbeitungs- und Render-Infrastruktur physisch in unseren eigenen Räumlichkeiten in Osnabrück.
  2. Keine externen Renderfarmen: Deine CAD-Daten, Texturen und Projektdateien werden zu keinem Zeitpunkt an externe Rechenzentren, Drittanbieter-Clouds oder globale Renderfarmen weitergeleitet. Sämtliche Bildpunkte werden auf eigenen GPUs und CPUs vor Ort berechnet.
  3. Strenge interne Zugriffskontrolle: Daten werden nicht auf offenen Netzlaufwerken abgelegt. Nur die 3D-Artists und Projektleiter, die direkt an Deinem Projekt arbeiten, erhalten über passwortgeschützte Workstations Zugriff auf die Rohdaten.
  4. Verbindliche Löschprotokolle: Nach Projektabschluss und Deiner finalen Freigabe archivieren wir auf Wunsch nur das fertige Render-Ergebnis. Sämtliche übergebenen CAD-Rohdaten und Zwischenstände werden nach standardisierten Verfahren sicher von unseren lokalen Speichersystemen gelöscht.

Dieses geschlossene Setup garantiert, dass Deine Konstruktionen vom ersten Dateneingang bis zum finalen Bildexport lückenlos in Deutschland und in unserer direkten Obhut bleiben.

Die 4 technischen Säulen des geometrischen Know-how-Schutzes

Wie bereitet eine Konstruktionsabteilung Daten so vor, dass sie für Visualisierungen perfekt nutzbar sind, aber keinerlei Firmengeheimnisse mehr enthalten? In der industriellen Praxis haben sich vier Methoden etabliert:

[1. Baugruppen-Filterung] ➔ [2. Defeaturing] ➔ [3. Hüllkörper/Shrinkwrap] ➔ [4. Dummy-Geometrien]

1. Selektiver Baugruppen-Export (Whitelisting)

In einer Marketing-Visualisierung oder einer Vertriebspräsentation sieht der Betrachter zu 90 Prozent nur das Äußere einer Maschine. Alles, was sich hinter geschlossenen Blechtüren, Gussabdeckungen und Schutzverkleidungen befindet, muss die Konstruktionsabteilung gar nicht erst exportieren.

Was getrost gelöscht werden kann:

  • Innere Getriebestufen, Ritzel, Planetenräder und Wellen-Naben-Verbindungen
  • Schaltschrank-Innenleben, Klemmenleisten und Platinenlayouts
  • Sensorik mit proprietären Messverfahren
  • Dichtungskonzepte, O-Ring-Nuten und Ventilsitze
  • Schmiermittelbohrungen, Kühlkanäle und Entlüftungsleitungen

Ausnahme: Soll in einer Animation bewusst eine Baugruppe im Schnitt gezeigt werden, wird gezielt nur diese eine Baugruppe übergeben – und zwar nach Durchführung der folgenden Schritte.

2. Geometrisches Defeaturing (Entfeinerung)

Nahezu jedes moderne 3D-CAD-System bietet Werkzeuge, um Fertigungsdetails mit wenigen Klicks aus Modellen zu entfernen. Beim Defeaturing werden geometrische Merkmale gelöscht, die für die Festigkeit oder Fertigung unersetzlich sind, für das optische Erscheinungsbild aus drei Metern Entfernung jedoch keine Rolle spielen:

  • Bohrungen und Gewinde: Alle innenliegenden Gewindegänge, Passungsbohrungen und Sacklöcher werden automatisch geschlossen.
  • Fasen und Freistiche: Fertigungsspezifische Freistiche, Zentrierbohrungen und Schweißnahtfasen werden plan überdeckt.
  • Hohlräume füllen: Gusskörper werden im Inneren als massiver Block definiert. Damit sind Wandstärkenverläufe und gewichtsoptimierte Hohlkammern für Außenstehende nicht mehr ermittelbar.

3. Hüllkörper-Generierung (Shrinkwrap)

Für Gesamtansichten von Großmaschinen, Fertigungsstraßen oder komplexen Aggregaten ist der Shrinkwrap-Befehl die eleganteste Lösung. Das CAD-System legt dabei virtuell eine „Schrumpffolie“ über die gesamte Baugruppe.

Alle internen Hohlräume, Schrauben und verdeckten Komponenten verschwinden vollständig. Zurück bleibt eine zusammenhängende, einteilige Außenhaut. Sie gibt die Proportionen, Kanten und Anschlüsse millimetergenau wieder, ist im Inneren jedoch absolut hohl oder massiv ausgeblockt. Ein Schnitt durch einen solchen Körper offenbart nichts weiter als eine homogene Masse.

4. Das Dummy-Prinzip für patentierte Kernkomponenten

Verfügt Dein Unternehmen über ein geschütztes Alleinstellungsmerkmal – beispielsweise eine patentierte Düsenform, ein spezielles Mischwerkzeug oder eine hochpräzise Werkzeugaufnahme –, muss dieses Bauteil nicht als Original exportiert werden.

Deine Konstruktion ersetzt die geheime Geometrie vor der Übergabe durch einen vereinfachten Dummy. Ein hochkomplexer Scherkopf wird beispielsweise als einfacher Zylinder mit denselben Außenabmessungen exportiert. Im Rendering wirkt das Gesamtsystem absolut stimmig, die geometrische Innovation selbst verlässt jedoch zu keinem Zeitpunkt Deine Entwicklungsabteilung.

Schritt-für-Schritt: Defeaturing in den gängigen CAD-Systemen

Damit Deine Konstrukteure nicht lange nach den richtigen Funktionen suchen müssen, zeigt die folgende Übersicht die standardisierten Werkzeuge der marktführenden Systeme:

SolidWorks: Das „Defeature“-Werkzeug

SolidWorks bietet seit vielen Jahren einen eigenen Assistenten für den Know-how-Schutz:

1. Öffne die Baugruppe und wähle Extras ➔ Defeature.

2. Wähle im ersten Schritt die Option Geometrie vereinfachen oder Komponenten entfernen.

3. Nutze das Werkzeug Interne Komponenten entfernen: SolidWorks filtert vollautomatisch alle Bauteile heraus, die von außen nicht sichtbar sind.

4. Bestimme über den Schieberegler, welche Kleinteile (z. B. Schrauben unterhalb einer bestimmten Größenklasse) ignoriert werden sollen.

5. Speichere das Ergebnis als neue Datei (.sldprt als Mehrkörperteil) oder exportiere es direkt als bereinigte STEP-Datei.

Autodesk Inventor: Der „Ersatzobjekt“- und „Vereinfachen“-Befehl

In Inventor lassen sich Baugruppen schnell zu handhabbaren Hüllkörpern zusammenfassen:

1. Klicke im Reiter Zusammenfügen auf das Panel Vereinfachung (oder nutze den Befehl Konturvereinfachung / Shrinkwrap).

2. Wähle unter Bauteile entfernen die Option „Nach Größe verbergen“ oder „Interne Bauteile ausschließen“.

3. Aktiviere im Reiter Features entfernen das Kontrollkästchen für „Löcher füllen“, „Taschen füllen“ und „Fasen/Rundungen entfernen“.

4. Erstelle ein einzelnes Ersatz-Bauteil. Alle internen Hohlräume werden dabei automatisch mit Material ausgefüllt.

Siemens NX: Die „Simplify Assembly“- und „Wrap Geometry“-Pipeline

Siemens NX stellt leistungsfähige Tools für große Baugruppen bereit:

1. Navigiere zu Assemblies ➔ Advanced ➔ Simplify Assembly.

2. Nutze den Befehl Wrap Geometry: NX legt eine geschlossene Hülle um die selektierten Komponenten.

3. Definiere den Detaillierungsgrad (Splitter-Toleranz), um winzige Spalte und Schlitze zu überbrücken.

4. Alle inneren Strukturen werden verworfen; das exportierte Modell behält ausschließlich die visuell wirksame Außenkontur.

Branchenbeispiele: So schützen unterschiedliche Industrien ihre Daten

Der Schutzbedarf variiert stark je nach Produkt und Branche. Was für einen Sondermaschinenbauer kritisch ist, spielt in der Medizintechnik oft eine untergeordnete Rolle – und umgekehrt.

1. Sondermaschinen- und Werkzeugbau

  • Schutzfokus: Kinematische Kurvenscheiben, Taktraten, Werkzeugaufnahmen und Schaltschrankkonzepte.
  • Praxis-Lösung: Maschinenrahmen, Verkleidungsbleche und Bedienpulte werden vollständig übergeben. Die eigentlichen Bearbeitungsstationen im Inneren werden auf Außenabmessungen und Verfahrachsen reduziert. Kabelträger und Pneumatikschläuche werden erst im 3D-Studio als visuelle Dummys modelliert.

2. Medizintechnik und Diagnostikgeräte

  • Schutzfokus: Fluidik-Kanäle, Pumpenkammern, patentierte Mischdüsen und optische Sensorik.
  • Praxis-Lösung: Das Gerät wird als geschlossenes Gehäuse mit allen Display- und Anschluss-Schnittstellen übergeben. Für sterile Komponenten (z. B. Einweg-Kassetten) wird nur die äußere Kontur ohne innere Kanalführung bereitgestellt.

3. Automotive-Zulieferer und Antriebstechnik

  • Schutzfokus: Zahnradgeometrien, Verzahnungskorrekturen, Lagersitze und Legierungsangaben.
  • Praxis-Lösung: Getriebegehäuse werden als massive Vollkörper ohne Innenleben exportiert. Die Wellenenden mit Passfedernuten werden als einfache glatte Zylinder übergeben. Die äußere Anbindung an den Motorflansch bleibt exakt maßhaltig.

4. Industrielle Konsumgüter und Elektrowerkzeuge

  • Schutzfokus: Verriegelungsmechanismen, Akku-Kontaktsysteme und Elektronik-Layouts.
  • Praxis-Lösung: Das 2K-Gehäuse wird mit seinen haptischen Außenflächen übergeben. Motor, Getriebe und Steuerplatine werden durch einen einfachen, blockförmigen Massen-Dummy ersetzt.

Dateiformate im Sicherheits-Check: Was Du exportieren solltest

Nicht jedes Dateiformat transportiert dieselbe Informationstiefe. Wer Daten an ein CGI-Studio übergibt, sollte bewusst das passende Format wählen:

Format / Dateityp Risikostufe Enthaltene Informationen Eignung für Visualisierung
Natives CAD (SLDASM, PRT, IAM) Sehr hoch Vollständiger Konstruktionsbaum, Maße, Toleranzen, Skizzenhistorie, Metadaten Nicht erforderlich; sollte ausnahmslos im Unternehmen bleiben
Neutrales CAD (STEP AP214 / AP242) Mittel Exakte Flächenmathematik (NURBS), Baugruppenstruktur, Farben Ideal nach erfolgtem internen Defeaturing
Parasolid (.x_t) / ACIS (.sat) Mittel Reine B-Rep-Volumengeometrie ohne Historie Sehr gut geeignet, wenn vorher entfeinert
Facettiertes JT / CGR Niedrig Vorgerechnete Hüllflächen, stark reduzierter Detailgrad Hervorragend für extrem große Industrieanlagen
Polygon-Mesh (OBJ, FBX, glTF, STL) Sehr gering Reine Dreiecks-Hülle ohne Wandstärken, Bohrungstiefen oder Historie Technisch sicher; kein Reverse Engineering möglich

Die klare Empfehlung: Übergib niemals native Konstruktionsdateien mit vollständiger Historie. Der beste und sicherste Standard für die Zusammenarbeit mit supaCGI ist eine bereinigte STEP-Datei (AP214 oder AP242), bei der interne Geometrien vorab entfernt wurden, oder ein facettiertes JT-Modell.

Checkliste für Deine Konstruktionsabteilung: Die 7-Punkte-Freigabe

Nutze diese Checkliste als internen Standard, bevor CAD-Daten für Marketing-, Vertriebs- oder Visualisierungsprojekte freigegeben werden:

[ ] 1. Sichtbarkeitsprüfung: Sind alle verdeckten Innenbauteile ausgeblendet oder gelöscht?
[ ] 2. Defeaturing: Wurden interne Bohrungen, Schmierkanäle und Gewinde geschlossen?
[ ] 3. Wandstärken-Schutz: Sind sensible Gehäuse als Vollkörper (ohne reale Wandstärken) exportiert?
[ ] 4. Dummy-Check: Wurden patentierte Schlüsselaggregate durch vereinfachte Platzhalter ersetzt?
[ ] 5. Normteil-Bereinigung: Wurden herstellerspezifische Zukaufteile (Sensoren, Ventile) vereinfacht?
[ ] 6. Formatwahl: Wurde als neutrale STEP- oder JT-Datei (keine native Baugruppe) exportiert?
[ ] 7. Infrastruktur-Prüfung: Liegt eine gültige NDA vor und ist garantiert, dass das Studio keine externen Cloud-Renderfarmen nutzt?

Sind alle sieben Punkte mit einem Haken versehen, kann die Datei bedenkenlos an supaCGI übergeben werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann aus einem fertigen 3D-Rendering ein Produkt nachgebaut werden?

Nein, unter keinen Umständen. Ein 3D-Rendering ist ein zweidimensionales Rasterbild (Pixel) oder ein Video. Selbst bei interaktiven 3D-Modellen im Webbrowser (wie Web-AR oder 3D-Produktkonfiguratoren) liegt technisch nur ein tesselliertes Polygonnetz vor. Dieses enthält keinerlei Wandstärken, Toleranzklassen, Werkstoffkennwerte oder Lagersitze, die für eine reale Fertigung zwingend erforderlich wären.

Nutzt supaCGI externe Renderfarmen oder Cloud-Dienste für die Berechnungen?

Nein, ausnahmslos nicht. Sämtliche Rechenprozesse laufen auf unserer eigenen, lokalen Inhouse-Renderfarm im Studio in Osnabrück. Deine Daten werden zu keinem Zeitpunkt an externe Serverfarmen, Cloud-Dienstleister oder Drittanbieter-Rechenzentren übertragen.

Reicht eine vertragliche Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) nicht aus?

Eine NDA ist die rechtliche Basis, schützt technisch aber nicht vor Cyber-Angriffen oder unbefugten Zugriffen. Unser Sicherheitsansatz kombiniert die juristische Verlässlichkeit einer deutschen NDA mit dem technischen Prinzip der Datensparsamkeit: Du übergibst nur vereinfachte Außengeometrien, und wir verarbeiten diese ausschließlich auf isolierten Inhouse-Systemen.

Verliert das Rendering an optischer Qualität, wenn wir Daten entfeinern?

Nein, im Gegenteil. Für das visuelle Endergebnis zählen nur die sichtbaren Außenflächen und die physikalisch korrekte Materialdefinition (PBR). Unsichtbare Schraubengewinde, interne Kanäle oder verdeckte Elektronikbauteile tragen absolut nichts zum Bild bei. Ihr Weglassen spart Speicherplatz, verhindert Darstellungsfehler und beschleunigt die Render- und Ladezeiten erheblich.

Was passiert mit unseren Daten nach Projektabschluss?

Nach Abschluss des Projekts und Deiner finalen Abnahme archivieren wir auf Wunsch lediglich die fertigen Bild- und Animationsergebnisse. Sämtliche übergebenen CAD-Rohdaten und Arbeitszwischenstände werden nach definierten Löschroutinen sicher und unwiderruflich von unseren lokalen Servern entfernt.

Können wir statt CAD-Dateien auch selbst erstellte Mesh-Dateien übergeben?

Ja. Wenn Deine internen Unternehmensrichtlinien vorschreiben, dass gar keine CAD-Volumendaten das Haus verlassen dürfen, können Deine Konstrukteure die Daten intern selbst in ein Polygon-Format (wie OBJ, FBX oder STL) triangulieren. Wir übernehmen dann direkt die Texturierung, das Shading und das Licht-Setup auf Basis dieses Meshes.

Du planst ein 3D-Projekt und möchtest Deine Konstruktionsdaten optimal schützen?

Wir sprechen die Sprache Deiner Entwickler und unterstützen Dich gerne dabei, den Übergabeprozess so schlank und sicher wie möglich zu gestalten. Lass uns vorab vertraulich über Deine Sicherheitsanforderungen sprechen. Sende uns Deine Anfrage über unser Kontaktformular oder ruf uns direkt in Osnabrück an – gerne unterzeichnen wir vorab Deine individuelle Geheimhaltungsvereinbarung (NDA).

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