Wer im Konsumgüterbereich neue Produkte auf den Markt bringt, kennt das Timing-Problem vor dem Verkaufsstart: Die Produkt ist freigegeben, die Reinzeichnung des Etiketts liegt druckfertig vor, aber die eigentliche Verpackungsserie läuft erst in einigen Wochen von der Anlage.
Muss zu diesem Zeitpunkt bereits Bildmaterial für Händlerkataloge, Vertriebspräsentationen oder den Onlineshop hergestellt werden, greift man notgedrungen oft auf erste Handmuster zurück. Im Fotostudio sorgt das regelmäßig für Frust.
Echte Verpackungen verhalten sich vor der Kamera oft tückisch:
Aus diesem Grund setzen Hersteller von Lebensmitteln, Kosmetik und Haushaltswaren bei ihren Packshots heute fast durchgehend auf CGI (Computer Generated Imagery). Ein digitaler 3D-Packshot ist dabei längst kein künstlich wirkender Behelf mehr. Er bildet das reale Produkt exakt nach Konstruktions- und Druckdaten ab – sauber ausgeleuchtet, jederzeit anpassbar und absolut einheitlich über das gesamte Sortiment hinweg.
Um den Wechsel zu rechnergestützten Packshots einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die typischen Hürden im Fotostudio:
Wird ein zweidimensionales Etikett auf eine zylindrische Flasche geklebt, krümmt sich die Schrift zum Rand hin weg. Je nach Objektiv und Abstand der Kamera wirkt das Markenlogo auf dem Foto breiter oder gestaucht. Im 3D-Rendering wickeln wir die Original-Vektordaten mathematisch exakt über die Mantelfläche des 3D-Modells ab. Die Typografie bleibt lesbar und sitzt exakt an der vorgesehenen Position.
Doypacks, Schlauchbeutel und Pillowpacks lassen sich kaum faltenfrei fotografieren. Häufig fallen sie im Studio in sich zusammen oder spiegeln so ungünstig, dass wichtige Pflichtangaben unleserlich werden. Im 3D-Modelling steuern wir die Oberflächenspannung digital: Das Produkt wirkt prall gefüllt und symmetrisch, behält aber durch fein berechnete Materialeigenschaften den typischen Charakter einer Folienverpackung.
Hochwertige Verpackungen leben vom Kontrast verschiedener Oberflächen:
Im Studio erfordert jede dieser Zonen ein eigenes Licht-Setup. Im 3D-Rendering trennen wir diese Eigenschaften über physikalisch basierte Shader (PBR). Die Goldprägung glänzt genau dort, wo die Stanzform es vorgibt, während das Papier darunter seine matte, samtige Struktur behält.
Der Einsatz von CGI im Packaging löst nicht nur optische Probleme, sondern vereinfacht vor allem die internen Abläufe in Marketing und Vertrieb.
Wer ein Sortiment aus Dutzenden Produktvarianten anbietet, kennt die unruhige Optik im Onlineshop: Fotos, die über Monate hinweg in verschiedenen Studios entstanden sind, weichen bei Lichtfarbe, Schattenwurf und Blickwinkel unweigerlich voneinander ab. Das Produkt kippt mal um wenige Grad zur Seite, mal wirkt der Hintergrund leicht grau statt weiß.
Ein digitaler Zwilling garantiert 100 Prozent Wiederholgenauigkeit:
Der Vorlauf für neue Verpackungen zieht sich oft über Wochen: Proofs freigeben, Druckplatten herstellen, stanzen, rillen, falten, kleben und schließlich die Serienabfüllung abwarten.
Mit 3D-CGI entkoppeln wir die Bildproduktion von der Fabrikation. Sobald die Reinzeichnung aus Illustrator oder InDesign vorliegt, entstehen die fertigen Packshots:
Gesetzliche Vorgaben ändern sich ständig: Neue Entsorgungshinweise, angepasste Nährwerttabellen oder ein neues Gütesiegel erfordern laufend Korrekturen am Etikett.
Beim Foto bedeutet das: Neues Muster anfordern, Studio buchen, Ware ausrichten und retuschieren.
Bei supaCGI tauschen wir lediglich das hinterlegte Druck-PDF im Projekt aus und rendern das Bild neu. Die Ausleuchtung, der Blickwinkel und die Geometrie bleiben unverändert. Das spart Zeit und schont das laufende Marketingbudget.
Aus einem fertigen 3D-Packaging-Asset erzeugen wir nicht nur den klassischen Freisteller vor reinweißem Hintergrund (RGB 255, 255, 255 mit separatem Schattenkanal).
Dasselbe Modell lässt sich ohne großen Mehraufwand in stimmungsvolle Szenen setzen:
Ein Foto bleibt ein statisches 2D-Bild. Das 3D-Modell einer Verpackung lässt sich hingegen vielseitig weiternutzen:
Für Marketing- und Produktmanager ist die Erstellung digitaler Packshots unkompliziert. Wir benötigen im Grunde nur zwei Dinge: die Maßangaben der Verpackung und die finale Druckdatei.
[Stanzkontur & Bemaßung] ➔ [3D-Geometrie aufbauen] ➔ [UV-Unwrapping] ➔ [Druckdaten mappen] ➔ [PBR-Licht & Render]
Als Grundlage dient die bemaßte Stanzkontur aus der Druckvorstufe oder ein technisches Datenblatt des Verpackungsherstellers:
Damit das zweidimensionale Drucklayout ohne Verzerrung auf einem runden oder gewölbten Körper sitzt, wird das 3D-Modell virtuell abgewickelt. Bei diesem sogenannten UV-Unwrapping übertragen wir die Schnittkontur auf die Außenhaut des Modells. Dadurch landet jedes Designelement später exakt an der Position, an der es auch auf der realen Abfüllanlage sitzen würde.
Eine Verpackung besteht selten nur aus einfacher Farbe. Um die einzelnen Schichten naturgetreu wiederzugeben, teilen wir Deine Druck-PDF in verschiedene Materialkanäle auf:
Bei transparenten Gläsern und Flaschen kommt es auf das richtige Verhalten der Füllung an:
Die folgende Übersicht fasst die Unterschiede für die Praxis zusammen:
| Kriterium | Klassische Produktfotografie | Digitale 3D-Packshots (supaCGI) |
|---|---|---|
| Einheitlichkeit im Sortiment | Schwankt mit jedem Studiotag und Setup | Exakt reproduzierbar über alle Varianten |
| Sitz der Etiketten | Manuell geklebt, oft leichte Schiefstände | Mathematisch exakt nach Stanzkontur platziert |
| Knicke und Dellen | Müssen aufwendig retuschiert werden | Vollkommen saubere Oberflächen ohne Beschädigung |
| Spiegelungen bei Glas/Folie | Schwer zu kontrollieren, oft unruhig | Gezielt geführte, saubere Lichtkanten |
| Aufwand bei Etikettenwechsel | Neues Shooting mit Muster erforderlich | Schneller Texturaustausch im bestehenden 3D-Set |
| Planungsvorlauf | Erst nach Fertigstellung physischer Muster | Direkt mit Freigabe der Reinzeichnung möglich |
| Kosten bei großen Serien | Steigen linear mit jedem Produktfoto | Günstiger durch standardisierte Render-Abläufe |
Mit ein paar einfachen Vorbereitungen stellst Du sicher, dass die Datenübergabe reibungslos klappt:
Nein. Das war vor vielen Jahren ein Thema, als Rechenleistung und Shading-Techniken begrenzt waren. Heute arbeiten wir mit physikalisch basierten Materialien, feinen Oberflächenstrukturen, korrekten Lichtbrechungen im Glas und dezenten Linsenunschärfen. Ein professioneller 3D-Packshot ist im Shop oder Druckkatalog optisch nicht mehr von einem handwerklich sauberen Foto zu unterscheiden.
Wir benötigen die bemaßte Stanzkontur (oder technische Zeichnung) der Verpackung als PDF oder DXF und die druckfertige Reinzeichnung aus Illustrator oder InDesign inklusive Schriften in Kurven.
Das ist im Packaging der Normalfall. Du musst keine 3D-Modelle liefern. Wir modellieren Gläser, Tuben, Dosen oder Schachteln anhand Deiner Maßangaben, Skizzen oder Datenblätter von Grund auf neu.
Ja. Da das Produkt vollständig dreidimensional vorliegt, können wir daraus jederzeit 360-Grad-Drehungen für Webshops, Kamerafahrten oder Clips mit sich öffnenden Verschlüssen erstellen, ohne dass das Produkt noch einmal angefasst werden muss.
Nein. Wir rendern sämtliche Projekte ausschließlich auf unserer eigenen Inhouse-Renderfarm in unserem Studio in Osnabrück. Keine Kundendatei verlässt unser Haus, und sensible Neuentwicklungen vor Markteinführung sind bei uns sicher aufgehoben.
Schluss mit unruhigen Produktfotos, Reflexionen und aufwendigen Nachbearbeitungen. Sende uns Deine Druckdaten oder Stanzkonturen einfach über unser Kontaktformular oder ruf uns direkt in Osnabrück an. Wir schauen uns Dein Material an und zeigen Dir, wie Deine Produkte als einheitliche Serie digitaler Packshots überzeugen.
