Gartenmöbel Visualisierung ohne CAD-Daten

Gartenmöbel werden selten vollständig im CAD-Programm entwickelt, deshalb existieren vom finalen Produkt oft keine verwertbaren 3D-Daten. In einem Projekt für einen Gartenmöbelhersteller haben wir deshalb die Exponate einer neuen Kollektion im Showroom vermessen, daraus optisch verbindliche 3D-Modelle entwickelt und die Terrassen-Umgebung generativ erzeugt. Das Möbel im Bild stammt aus dem vermessenen Modell, die Umgebung kommt aus der AI.

Wenn vom Produkt weder 3D-Files noch 2D-Zeichnungen existieren

Folgendes Szenario: ein Hersteller entwirft in-house, schickt die Skizzen in einen Produktionsbetrieb in Europa oder Asien, und was zurückkommt, ist meistens kein Datensatz, sondern ein erstes Muster.

Dieses Muster entspricht aber nur auf dem ersten Blick dem, was der Designer entworfen hat. Die Tischplatte wurde größer, weil die Unterkonstruktion es verlangt. Die Eckbank hat eine zusätzliche Stütze bekommen. Irgendwo wurde ein zusätzlicher Riegel verbaut, der nicht vorgesehen war. Jede dieser Modifikationen resultiert aus der Statik oder der Fertigungspraxis, und alle haben Einfluss auf die Optik des Möbels.

Nach mehreren Iterationen steht irgendwann das Serien-Produkt im Showroom, nur leider existiert keine 3D-Datei dieser finalen Version.

Für uns als CGI-Studio ist das natürlich ein Dilemma, weil ein Produktionsbeginn schlichtweg nicht möglich ist.

Zwei Tage mit Maßband und Handy

Deshalb beginnt unser Job diesmal im nicht an der Workstation, sondern im Showroom. Eine Jahreskollektion umfasst bei diesem Kunden 80 bis 120 Möbel, und dafür sind wir rund zwei Tage vor Ort: Maße nehmen, Details fotografieren, Perspektiven dokumentieren, Materialien aus der Nähe aufnehmen.

Ein Teil der Aufnahmen dient nicht allein der Dokumentation, sondern geht direkt in unsere KI-Tools, die daraus erste Rohmodelle erzeugen. Bei einfachen Geometrien funktioniert das good enough. Bei komplexen Stuhlauflagen oder der Ecke eines Gartensofas, wo Polster, Rahmen und Geflecht ineinanderlaufen, stoßen die Systeme nach wie vor an ihre Grenzen, was ein manuelles Modeling bedingt.

Vom Aufmaß bis zum ersten brauchbaren Modell eines Möbels vergeht etwa ein Arbeitstag.

Was dabei entsteht, ist ein optisches Modell. Produzieren könnte man daraus nicht, dafür fehlen Toleranzen und Konstruktionsdetails. Für ein Bild ist es dieser digitale Zwilling die perfekte Ausgangslage.

Dieser Initialaufwand fällt einmal an. Er gehört nicht zum Motivpreis, schafft aber die Grundlage für eine nachhaltige Content-Produktion für die unterschiedlichsten Kanäle.

Wie das Milieu entsteht

Parallel entwickeln wir das Set-Design. Architektur, Tageszeit, Dekoration, Bepflanzung, Hintergrund.

Dafür sammeln wir drei oder vier Referenzbilder und bauen in Blender ein sehr einfaches Layout: Tisch, sechs Stühle, Boden, Wand, alles als Klötzchen. Diese Blockout-Szene liefert die räumliche Definition, also wo was steht, wo die Kamera mit welcher Brennweite positioniert wird.

Referenzen, Blockout und ein Prompt gehen dann zusammen in die generative Pipeline. Nach einigen Iterationen liegen vier oder fünf Bilder bei denen fast alles stimmt: Die Pflanzen wirken natürlich, der Boden hat die richtige Struktur, die Schatten fallen plausibel, die Szene wird bewohnt und realistisch.

Alles super, nur die Möbel sind nicht zu verwenden

Die KI hat bei der Bildgenerierung die 3D-Modelle der Möbel falsch interpretiert, und dabei ist genau das passiert, was bei generierten Produktbildern nahezu unvermeidlich ist: Proportionen verschoben, Details erfunden, Textilien schlichtweg falsch dargestellt. Genau hier enden viele generative Produktionen, denn selbstverständlich muss das Produkt korrekt dargestellt werden. In unserer Pipeline ist das aber kein Problem, weil wir die KI-generierten Möbel gar nicht behalten wollen. Was wir behalten, ist die Umgebung samt Licht und Schatten.

Eine solche Szene in CGI aufzubauen bedeutet in CGI ein bis zwei Tage Aufwand. Über die generative Pipeline dauert es mit Korrekturen wenige Stunden.

Jetzt kommen die richtigen Möbel ins Bild

Aus dem generierten Bild wird ein Backplate. Die interpretierten Möbel nehmen wir heraus, und an ihre Stelle rendern wir die Modelle, die wir im Showroom aufgemessen haben.

Kamera und Brennweite übernehmen wir aus dem Blender-Blockout, das schon in die Generierung eingeflossen ist. Deshalb passt die Perspektive. Wenn der Artist entscheidet, dass die Kamera einen Tick anders stehen sollte, wird sie in Blender verschoben. Das ist Erfahrungssache und wird weder dem Zufall noch der KI überlassen.

Der Unterschied zum generierten Zwischenschritt ist die zuverlässige Beeinflussbarkeit der Szene: Materialien, Reflexe, Lichtführung am Möbel sind steuerbar. Der Aluminiumrahmen sieht aus wie Aluminium, weil wir das Material detailliert einstellen können, und nicht, weil ein Modell gelernt hat, wie Aluminium meistens aussieht.

Danach lassen wir die Szene noch einmal generativ nachdekorieren. Ein Kissen dazu, ein Glas auf dem Tisch, etwas mehr Bewuchs am Rand.

Am Möbel selbst passiert dabei erfahrungsgemäß wenig. Und wenn doch etwas falsch interpretiert wird, lässt sich das im Produktlayer problemlos beheben: das korrekte Produkt liegt als separate Ebene zwischen den generativen Ebenen. Man nimmt die beschädigte Ebene ganz oder teilweise heraus und holt das echte 3D-Möbel zurück. Die Lösung für fast alle Probleme in diesem Workflow heißt also Layermanagement.

Der Ablauf in sechs Schritten

  1. Aufmaß im Showroom: Maße nehmen, Details fotografieren, Perspektiven und Materialien dokumentieren. Für eine Jahreskollektion von 80 bis 120 Möbeln sind das rund zwei Tage vor Ort.
  2. Optisches 3D-Modell aufbauen: Aus Aufmaß und Fotos entsteht ein optisches Modell des Möbels. Einfache Geometrien lassen sich teilweise automatisiert vorbereiten, komplexe Stuhlauflagen und Sofaecken werden händisch nachmodelliert.
  3. Milieu definieren: Tageszeit, Bepflanzung, Bodenbelag und Architektur werden über drei bis vier Referenzbilder festgelegt. Parallel entsteht in Blender ein einfaches Blockout, das Kameraposition, Brennweite und Anordnung vorgibt.
  4. Umgebung generieren: Referenzen, Blockout und Prompt gehen zusammen in die generative Pipeline. Nach einigen Iterationen steht eine Szene mit stimmigen Schatten und Bepflanzung. Die darin interpretierten Möbel werden nicht weiterverwendet.
  5. Korrekte Modelle integrieren: Aus der generierten Szene wird ein Backplate. Die vermessenen Modelle werden mit der Kamera und Brennweite aus dem Blockout eingerendert, mit vollem Zugriff auf Shading und Lighting.
  6. Nachdekorieren: Kissen, Gläser und ggf. People werden generativ ergänzt. Das korrekte Möbel liegt als separate Ebene darunter, sodass beschädigte Bereiche jederzeit durch das echte 3D-Möbel ersetzt werden können.

Effizient rauf, Kosten runter

Steht ein Milieu einmal, lässt sich das komplette Sortiment darin abbilden. Andere Bestuhlung, anderer Tisch, zusätzliche Farbvariante: die Kombinationsmöglichkeiten sind quasi unendlich.

Als Shooting wäre das nur mir sehr hohem logistischen Aufwand darstellbar, weil jede Kombination physisch aufgebaut werden müsste. In Photoshop ist es nicht lösbar, weil Licht und Schatten den Konfigurationen nicht angepasst werden können. Full CGI wäre eine Lösung, aber kostenintensiver, weil die Szene selbst einen Großteil des Aufwands darstellt.

Im hybriden Produktionsworkflow von supaCGI stellen Aufmaß und Modelling den Initiativaufwand dar. Danach sind Motivableitungen – je nach KOmplexität – ab 50 Euro netto möglich.

Drei Korrekturschleifen sind im Festpreis enthalten. Ein Motiv ist in der Regel nach zwei Werktagen fertig, einen Mindestauftragswert gibt es nicht.

Häufige Fragen zu Gartenmöbel-Visualisierung mit CGI und AI

Was passiert, wenn vom Möbel keine CAD-Daten existieren?

Dann wird das Möbel vermessen und fotografiert und daraus ein optisches 3D-Modell gebaut. Produzieren lässt sich daraus nichts, für ein Bild ist es die perfekte Grundlage, weil es dem Original sehr nahe kommt. Der Modellaufbau kostet 95 Euro netto pro Stunde und wird vorab als Festpreis genannt.

Warum haben Gartenmöbel oft keine verwertbaren Konstruktionsdaten?

Weil die finale Produktentwicklung am physischen Muster stattfindet. Der Hersteller entwirft in-house, der Produktionsbetrieb passt Statik und Fertigung an, und das finale Möbel unterscheidet sich vom Entwurf.

Wie lange dauert das Aufmaß einer Kollektion?

Für eine Jahreskollektion von 80 bis 120 Möbeln rund zwei Tage im Showroom. Vom Aufmaß bis zum ersten brauchbaren Modell eines einzelnen Möbels vergeht etwa ein Arbeitstag.

Was übernimmt die AI in diesem Workflow?

Die Umgebung: Terrasse, Bepflanzung, Bodenbelag, Lichtstimmung, Schatten und die Dekoration. Das Möbel wird als vermessenes 3D-Modell in die generierte Szene integriert.

Wie viel Zeit spart die generative Umgebung?

Ein vollständig in CGI aufgebautes Terrassen-Milieu kostet einen bis zwei Tage. Über die generative Pipeline steht eine vergleichbare Szene mit Korrekturen in ein bis zwei Stunden.

Wie viele Motive entstehen aus einem Milieu?

Unendlich viele: andere Bestuhlung, anderer Tisch, Farbvariante, andere Kombination.

Was kostet ein Motiv?

Ab 50 Euro netto pro Motiv. Liegen keine Konstruktionsdaten vor, kommt das Modeling nach Aufmaß initial hinzu, abgerechnet mit 95 Euro netto pro Stunde und vorab als Festpreis genannt. Einen Mindestauftragswert gibt es nicht.

Warum werden die von der AI erzeugten Möbel verworfen?

Weil Bildmodelle Proportionen verschieben, Details erfinden oder Geflechtstrukturen zu Mustern verrechnen. Für die Umgebung ist das unerheblich, für das Produkt nicht. Behalten wird deshalb nur die Szene samt Licht und Schatten.

Was passiert, wenn beim Nachdekorieren etwas am Möbel beschädigt wird?

Das Möbel liegt als eigene Ebene unter der Dekoration. Beschädigte Bereiche werden ganz oder teilweise entfernt und das echte 3D-Möbel kommt zurück. Gearbeitet wird durchgehend in getrennten Layern.

Lässt sich der Ansatz auf andere Produkte übertragen?

Ja, sofern 3D-Daten des Produkts vorliegen oder erzeugt werden können.

Produkt gemessen, Umgebung generiert

Wenn vom Möbel keine Konstruktionsdaten existieren, ist das kein KO-Kriterium für CGI. Es verschiebt nur den Startpunkt: vom CAD-Import zum Aufmaß im Showroom.

Was danach folgt, ist dieselbe Arbeitsteilung wie in jedem hybriden Projekt. Das Produkt kommt aus dem 3D-Modell, die Umgebung aus dem Bildmodell. Der Motivpreis startet ab 50 Euro netto, die Lieferzeit beträgt in der Regel 2 Tage, drei Korrekturschleifen inklusive.

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